Friday June 5th, 2015

Gut geschützt in den Urlaub mit Kind

TIPPS VON UNIV.-Prof. DR. ALEXANDER ROKITANSKY

Wien – Wenn Klein-Susi oder der quirlige Roland mit in den Urlaub kommen, kann das sehr schön oder sehr anstrengend werden. Eltern haben es – zumindest zum Teil – in der Hand, ob der Familiensegen im Urlaub schief hängt oder ob es freudvolle Ferien werden. „Einer der wesentlichsten Faktoren für eine erholsame Reise mit Kindern ist naturgemäß die gute Vorbereitung. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Krankheits- und Unfallvorbeugung“, rät Prim. Univ.-Prof. Dr. Alexander Rokitansky, Vorstand der Kinder- und Jugendchirurgischen Abteilung des Donauspitals SMZ Ost in Wien. Denn: Wer rechtzeitig richtig plant, plant auch ein Stück vom Urlaubsglück voraus.

Vor jedweder Urlaubsentscheidung sollte freilich die Frage geklärt werden: Entspricht das Ferienziel dem Alter und den Interessen von Sohn und Tochter? „Kindern, die jünger als drei Jahre sind, sollten keine Fernreisen zugemutet werden“, empfiehlt Rokitansky. „Ganz bestimmt dann nicht, wenn im Urlaubsziel ein niedriger hygienischer und medizinischer Standard herrscht.“ Generell gilt: Das Fehlen der vertrauten Umgebung, Klimaveränderung, Zeitverschiebung, veränderte Ernährungs- und Hygienebedingungen bekommen den ganz jungen Erdenbürgern selten gut.

Wenn es in die weite Ferne geht
Bleiben wir gleich in der Ferne, weil eine Reise in diese Gebiete wohl der aufwendigsten und frühesten Vorbereitungen bedarf und man etwa ein bis zwei Monate vor Reiseantritt damit beginnen sollte. „Ob Karibik oder Afrika, in diesen und vielen anderen Ferienzielen sind gewisse Reiseimpfungen notwendig, die Kinder, aber auch Erwachsene vor vielen gefährlichen Krankheiten schützen können“, betont Rokitansky.

Kompetente Stellen, die Auskunft geben, sind unter anderem das Zentrum für Reisemedizin in Wien (Tel. 01/403 83 43, www.reisemed.at) sowie das Institut für Reise- und Tropenmedizin in Wien (Tel. 01/402 68 61-0, www.tropeninstitut.at, www.tropeninstitut.at/babys-kleinkinder.html).

Auch in den Bundesländern gibt es auf Reisemedizin spezialisierte Ärzte, auf der Webseite www.europaeische.at/reisetipps/impfaktion.html finden Sie die entsprechenden Kontakte. Sollte kein Arzt in akzeptabler Nähe sein, wenden Sie sich am besten an die entsprechenden Gesundheitsabteilungen der Landesregierungen, Apotheken bieten zudem Reisechecklisten an. Noch ein letztes Wort zu Impfungen: „Vor allem, wenn es mit dem Nachwuchs ins Ausland geht, sollten die Kinder auch nach dem in Österreich vorgeschriebenen und empfohlenen Impfplan geimpft sein“, rät der Kinder- und Jugendarzt. Bei Reisen in südliche Mittelmeerregionen wird zusätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen.

Versichern beruhigt
Vor allem wenn es an den Tropenstrand oder auf Safari geht, aber auch wenn das Urlaubsziel Italien oder Spanien heißt: Versichern beruhigt. Zwar kann eine Reiseversicherung nicht vor Diebstahl, Unfall oder Krankheit schützen, aber im Falle des negativen Falles kann sie unter anderem den finanziellen Schaden eindämmen.

Das ist beispielsweise beim Stornieren einer Reise der Fall (wenn das Töchterchen kurz vor Reiseantritt hoch fiebert und man die Reise absagen muss, kann das ohne entsprechende Reise-Stornoversicherung empfindlich teuer werden) oder bei einer Krankenbehandlung im Ausland (wenn der Sohn im Urlaub zum Arzt oder gar ins Krankenhaus muss, kann Sie ein Arztbesuch oder ein Krankenhaustag ohne Reise-Krankenversicherung Unsummen kosten).

Und im schlimmsten Fall, wenn ein Familienmitglied im Urlaub lebensgefährlich erkrankt oder schwer verletzt wird und die medizinische Versorgung am Urlaubsort alles andere als unserem Standard entspricht, werden neben den medizinischen Kosten auch die Kosten für den Heimtransport ersetzt.

In die Ferien mit dem Auto
Baby an Bord? Aber bitte mit Babyschale! Klein-Susi und der sechsjährige Roland brauchen größenangepasste Kindersitze und altersentsprechende Rückhaltesysteme. „Dabei sollte besonders auf die Kopfstabilisierung geachtet werden, und zwar in frontaler als auch in seitlicher Richtung“, betont Rokitansky. „Und bedenken Sie bitte, dass Systeme, die älter als sechs Jahre sind, möglicherweise nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Der ÖAMTC Kindersitz-Test 2014 bietet gute Informationen.“

Wichtig sind auch Sonnenschutzvorrichtungen an den Autoscheiben. Ist so ein Sonnenschutz nicht zur Stelle, leistet unter Umständen auch eine Stoffwindel, die man in das Fenster spannt, gute Dienste. Gegen kindliche Langeweile im Auto helfen Spielsachen, Bilderbücher, lustige Rate- und Kreativ- und freilich auch Computerspiele. Zudem bringen Äpfel, Birnen, Bananen, Gemüse und Müsliriegel Abwechslung in die Fahrt und vertreiben etwaigen Hunger. Keinesfalls vergessen: Genügend zum Trinken mitnehmen und regelmäßige Pausen einlegen.

Flugreisen mit Kindern

Eine kurze Flugreise ist für Kinder meist viel angenehmer als eine lange Autofahrt. Keine Angst vor der Flugangst – die kennen Kinder nicht (außer sie haben es von den Erwachsenen gelernt). Was viele Kinder aber leider gut kennen: Ein unangenehmes Gefühl bis massive Schmerzen in den Ohren, vor allem bei Start und Landung, denn Babys und Kleinkinder haben sehr empfindliche Ohren.

Dagegen hilft unter anderem, wenn man dem Spross Pappbecher über die Ohren stülpt. „Das hilft gegen druckbedingte Schmerzen. Wir geben zusätzlich warme Tücher in diese Becher, das wirkt noch mehr“, verrät eine Stewardess. „Auch trinken und Kaugummi kauen helfen, denn durch das Schlucken wird die Eustachi-Röhre entlüftet und so ein Druckausgleich ermöglicht“, erwähnt Rokitansky.

Kindern ab fünf Jahren kann auch zu folgendem Druckausgleich geraten werden: Mund schließen, Nase zuhalten, kräftig in die Nase blasen, schlucken. Vorbeugend kann auch ein befeuchtendes und schleimhautabschwellendes Nasenspray verabreicht werden. Schleimlösende und hustendämpfende Medikamente sollten bei Flugreisen sowieso im Handgepäck sein – die trockene Luft im Flugzeug führt bei Kindern immer wieder zu Hustenanfällen. Auf Langstreckenflügen sollten zusätzlich Susis Lieblingspuppe und Rolands geliebter Teddy mit an Bord dürfen.

Der kindliche Durchfall
Die ungewohnte Nahrung im fremden Land führt bei den kleinen Urlaubern mit ihren empfindlichen Magen-Darm-Trakten nicht selten zu (Brech-)Durchfällen. Durchfallgefahr besteht für Klein-Susi aber nicht nur in den fernen Tropen, sondern schon in einigen südeuropäischen Ländern. Rokitansky: „Rund 50 Prozent aller Kinder, die in südlichen oder tropischen Destinationen urlauben, erleiden eine Darminfektion.“

Während der Reisedurchfall bei Erwachsenen vielfach harmlos verläuft, kann er bei Kindern ziemlich gefährlich werden. „Es kommt zu hohen Flüssigkeitsverlusten, die in 20 Prozent der Fälle mittels Infusionstherapie  in einem Spital behandelt werden müssen“, schildert Rokitansky. Ganz verhindern lässt sich der kindliche Durchfall nicht immer, aber es gibt einige goldene Ernährungsregeln, die die Gefahr weitgehend eindämmen.

Verboten sind: Leitungswasser – in exotischen Ländern sollten sich die Kinder nicht einmal die Zähne putzen damit. Auch Eiswürfel und Eiscreme können hohe Keimzahlen aufweisen. Obst sollte immer geschält werden. Und auch wenn Salat noch so gesund ist, in vielen Ländern (in den Tropen sowieso, aber mitunter auch in Tunesien oder Süditalien) sollte man ihn stehen lassen – er wird ja mit Leitungswasser gewaschen. Auf der Tabuliste für den Teller sollten auch roher Fisch, nicht gut durchgebratenes Fleisch sowie Rohmilch stehen. Einen Bogen sollte man auch um die Delikatessen an einem Strandbuffet machen, das lange angerichtet bleibt – in der Hitze vermehren sich die Bakterien rasch.

Erste Maßnahme bei kurzfristigem Durchfall: trinken, trinken, trinken. Am besten eignet sich eine Elektrolytlösung, die man aus der heimischen Apotheke mitnimmt (solche Lösungen enthalten auch lebenswichtige Minerale, die dem Körper bei Durchfall und Erbrechen entzogen werden).

Goldene Baderegeln
„Ertrinken kann man auch im seichtesten Wasser“, warnt Rokitansky. Ertrinkungsunfälle zählen zu den häufigsten Ursachen von Tod und bleibender Behinderung im Kindesalter. Auch Schwimmhilfen – so der Arzt – böten keinesfalls hundertprozentige Sicherheit. Schon gar nicht Schwimmreifen! „Die können in den Kniebereich abgleiten. Das Kind kippt dann und gerät mit dem Kopf unter die Wasseroberfläche.“

Günstiger seien Schwimmflügel beziehungsweise Badeanzüge, in denen Styropor-Auftriebskörper eingearbeitet sind. „Ich rate da zu geprüften Mehrkammersystemen.“ Ein weiterer Rat des Mediziners: Erst wenn Susi oder Roland sich nahezu erschöpfungsfrei mit wenigen Bewegungen an der Wasseroberfläche halten können, kann man sukzessive auf Schwimmhilfen verzichten. „Kinder beurteilen ihre Schwimmkünste durchwegs zu positiv. Sie glauben, schwimmen zu können, erschöpfen schnell und sind dann hochgradig ertrinkungsgefährdet.“

Wer mit dem Nachwuchs am Meer urlaubt, sollte unbedingt Badeschuhe besorgen. Verletzungen durch scharfe Muscheln oder Seeigel-Stacheln schmerzen und könnten sich infizieren.

Sonne ohne Reue
Säuglinge unter einem Jahr sollten überhaupt keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Für Kleinkinder und (Volks-) Schüler, deren Haut viel empfindlicher als die Erwachsener ist, gilt: Planschen im See und Meer besser mit Leibchen, eine Sonnenkappe gehört auch dazu. Fehlen sollte auch eine Sonnenbrille mit hundertprozentigem UV-Schutz nicht und schon gar nicht ausreichend Sonnencreme. Es gibt bereits eine größere Auswahl an speziellen Kinder-Sonnencremen, die allesamt einen sehr hohen Lichtschutzfaktor aufweisen. „Die Cremen sollten auch wasserfest sein“, rät Rokitansky. Vorsorgliche Eltern führen auch – für den Fall der Fälle – Hautcremen und Gels gegen Sonnenbrand mit.

Erste Maßnahmen bei einem Hitzeschlag (Benommenheit, Schwindel, Druck im Kopf, Wärmestau im Körper): In den Schatten bringen, mit nassen Tüchern oder mit einem auf kalt gestellten Fön (besonders Kopfbereich) abkühlen. Von zu starkem Abkühlen mit Eis rät der Kinderarzt dringend ab.

Reiseapotheke für Kinder
Fachmann Rokitansky rät: „Grundsätzlich sollte die Liste für die Reiseapotheke vor der Abreise mit dem Kinderarzt besprochen werden. Falls Ihr Kind Medikamente einnehmen muss, achten Sie bitte auf einen genügend großen Vorrat.“ Wichtig ist weiterhin, dass die Reiseapotheke kühl gelagert wird. „Die Wärme schadet vielen Medikamenten, Zäpfchen etwa können auch zerfließen.“ Bei einer Flugreise sollten die Medikamente im Handgepäck transportiert und im Hotelzimmer kindersicher verwahrt werden.

Checkliste:
* Fieberthermometer
* Fieberzäpfchen, Schmerzmittel; virusbekämpfende Salbe zur Behandlung von Fieberblasen
* Standard-Verbandsmaterial: am besten wasserabweisende Pflaster, Sprühpflaster für Abschürfungen, metallbedampfte Wundauflagen (bei Brandblasen), elastische Binde, Pinzette, eventuell Zeckenentfernungszange
* Desinfektionsmittel, am besten auf wässriger Basis (sind bei Kindern besser als alkoholische, da sie kaum auf der Haut „brennen“)
* Desinfizierende sowie antibiotische, antihistaminische und heilende Salben (z. B. Wundgel gegen Brandwunden), Gele für Blutergüsse und Verstauchungen. Ergänzend empfiehlt sich auch die Mitnahme einer Kortisonsalbe. Hautcremen und Gele gegen Sonnenbrand
* Antimückenmittel, Salbe oder Gel gegen Insektenstiche, Juckreiz stillendes Gel
* Mittel gegen Durchfall sowie Verdauungsstörungen (Abführmittel); Elektrolyt-Trinklösungen, eventuell Tierkohle
* Kindgerechte Augen-, Husten-, Nasen- und Ohrentropfen, Lutschtabletten
* Kaugummi und andere Mittel gegen die Reisekrankheit
* Antibiotika (bei Angina, Lungen-, Harnblasen- und Darmentzündung) für Notfälle. „Die allfällige Einnahme der Antibiotika sollte man aber noch vor Urlaubsantritt genau mit dem Kinderarzt besprechen“, betont Rokitansky.

DIE EUROPÄISCHE REISEVERSICHERUNG AG
Die Europäische Reiseversicherung ist mit über 60 Prozent Marktanteil der größte österreichische Reiseversicherer. Über 2,2 Millionen Reisende vertrauen auf die Produktpalette der „Europäischen“, die sich von Versicherungen für Österreich-Urlaube und Auslandsreisen über Jahres-Reiseversicherungen bis hin zu Versicherungspaketen für Unternehmen und Geschäftsreisen erstreckt.
Die Europäische Reiseversicherung ist ein Unternehmen der Generali Group – einer der führenden globalen Versicherungsgruppen mit einem Prämienaufkommen von 66 Milliarden Euro im Jahr 2013. Mit 77.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit und 65 Millionen Kunden in mehr als 60 Ländern nimmt die Generali eine führende Position auf den westeuropäischen Märkten ein und gewinnt auch in Zentral- und Osteuropa sowie in Asien immer mehr an Bedeutung.
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