Mittwoch, der 12. Oktober 2016

Sicher unterwegs: 8 Experten-Tipps für Fernreisen

Viele Reisefans sind angesichts von Terror und anderen Bedrohungsszenarien verunsichert. Beim alljährlich stattfindenden Reise-Sicherheitsgipfel der Europäischen Reiseversicherung im Wiener Parkhotel Schönbrunn berieten deshalb Reisemediziner, Touristiker, Behördenvertreter und Sicherheitsspezialisten die richtigen Vorsorgemaßnahmen für sorgenfreie Reisen in ferne Länder.

Wien (12.10.2016) Sich sorgfältig und aus seriösen Quellen über das Reiseland informieren, rechtzeitig Gesundheitsvorsorgen treffen, sich auf der Website des österreichischen Außenamtes über Reisewarnungen und potentielle Gefahren informieren, bei seriösen Veranstaltern und Reiseanbietern buchen, dabei auf die Reiseversicherung nicht vergessen und sich vor Reiseantritt für den Fall des Falles auf www.reiseregistrierung.at registrieren – das sind die wichtigsten Sicherheitstipps des Österreichischen Reise-Sicherheitsgipfels der Europäischen Reiseversicherung.

Auf Einladung von Mag. Wolfgang Lackner, Vorstandsvorsitzender der Europäischen Reiserversicherung AG, diskutierten gestern, Dienstag (11.10.),  Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch vom Zentrum für Reisemedizin Wien, Dr. Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbandes, sowie Gesandte Mag. DDr. Petra Schneebauer, Abteilungsleiterin des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres, über geeignete Vorsorgemaßnahmen für Reisen in ferne Länder.

„Jeder 50. Reisende erleidet unterwegs einen mehr oder weniger erheblichen Schadensfall,“ betonte Mag. Wolfgang Lackner, “viele beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit, sondern ziehen auch einen großen finanziellen Schaden nach sich. Summen von mehreren hunderttausend Euro sind keine Seltenheit.“ Mit der richtigen Vorsorge, einer sorgfältigen Urlaubsplanung und einer entsprechenden Reiseversicherung ließen sich viele Fälle vermeiden oder zumindest die Folgen mildern, so der Sicherheitsexperte in seinem Eröffnungs-Statement.

Hier die Tipps der Experten im Detail:

  1. Rechtzeitig vor Reiseantritt seriöse Informationen aus dem Reiseland einholen.

Gesandte Mag. DDr. Petra Schneebauer: „Ich empfehle die Reiseinformationen des Außenministeriums auf unserer Website www.bmeia.gv.at. Wir halten diese möglichst aktuell, indem wir mit mehr als 100 österreichischen Vertretungsbehörden vor Ort zusammenarbeiten, reagieren aber auch auf Rückmeldungen von Österreichern im jeweiligen Land.“  Sechs Sicherheitsstufen wurden festgelegt – von Stufe 1, dem Sicherheits-Standard in Österreich, bis zur partiellen und totalen Reisewarnung.

Reisemediziner Dr. Herwig Kollaritsch warnte vor falschen Hysterien. So sei die panische Angst etwa vor dem Zika-Virus in den meisten Fällen unbegründet. „Am meisten haben wir mit ‚Doktor Google‘ zu kämpfen“, sagte Kollaritsch mit Verweis auf Halbwahrheiten oder Falschinformationen aus dem Internet. „Reisemediziner verfügen heute über exzellentes aktuelles Datenmaterial internationaler Gesundheitsbehörden und können dem Reisenden auf Basis wöchentlicher Bulletins aktuelle Informationen über gesundheitliche Gefahren geben.“

  1. Die Gesundheit checken und den Reiseverlauf danach ausrichten

Immer mehr – vor allem ältere –  Menschen muten sich auf Reisen mehr zu als ihrer Kondition entspricht, warnte Reisemediziner Dr. Herwig Kollaritsch. „Den Kilimandscharo kann man zwar vergleichsweise bequem mit normalen Sportschuhen besteigen, aber viele vergessen, dass es in 6.000 Meter Höhe gesundheitliche Probleme geben kann.“ Ein Gesundheits-Check sei ebenso sinnvoll wie eine Beratung über erforderliche Schutzimpfungen, so der Mediziner. Unterschätzt wird häufig die Tollwut-Gefahr: „Im Trend-Land Myanmar sterben jedes Jahr 1.000 Menschen an Tollwut, für Touristen gibt’s den nächsten verfügbaren Impfstoff meist erst in Bangkok – das kann knapp werden!“ Hier sei eine Tollwut-Impfung anzuraten.

  1. Auf den Vertragspartner der Reise achten

Die Jagd nach Reiseschnäppchen im Internet wird immer beliebter. Vor diesem Hintergrund warnte Dr. Josef Peterleithner, Präsident des Österreichischen Reiseverbandes davor, dass beim Buchen Sicherheitsaspekte oftmals vergessen werden. „Den größten Schutz bietet die Pauschalreise eines seriösen Reiseveranstalters in Verbindung mit einer Reiseversicherung“, so Peterleithner.

  1. Erst baden, dann Rundreise

Auch wenn viele Reiseveranstalter die umgekehrte Reihenfolge anbieten: „Der Gesundheit zuliebe empfiehlt es sich vor allem bei älteren Reisenden, mit dem Badeurlaub zu beginnen, und erst danach die Rundreise zu starten. So kann sich der Körper besser auf die Klimaänderung einstellen“, erläuterte Kollaritsch.

  1. Den Bedarf größerer Medikamenten-Mengen bestätigen lassen

Ein Tipp des Mediziners für Reisende, die eine größere Zahl von Medikamenten ins Ausland mitnehmen müssen: „Nehmen Sie eine entsprechende Arzt-Bestätigung in englischer Sprache mit ins Handgepäck. In einigen Ländern können Sie sonst Probleme bekommen, wenn Sie des Handels verdächtigt werden.“

  1. Registrieren auf reiseregistrierung.at

Wer sich vor Reiseantritt auf der Website des österreichischen Außenamtes registriert, wird im Ernstfall vom örtlichen Konsulat via SMS verständigt und bekommt auch rasche Hilfe von den österreichischen Behörden. Mag. DDr. Petra Schneebauer betont, dass die Registrierung unter strenger Einhaltung des Datenschutzes erfolgt: „Verständigt werden primär die Reisenden selbst. Nach der Rückkehr werden die Daten komplett gelöscht.“

  1. Den Hausverstand einschalten

Dr. Peterleithner appellierte auch an die Eigenverantwortung des Reisenden: „Jeder Urlauber sollte beachten, dass er nicht unbedingt mit der Rolex-Uhr oder der wertvollen Halskette auf Reisen geht, kein rohes Fleisch ist, nicht in der ärgsten Hitze Sport treibt und Menschenansammlungen meidet.“

  1. Versichert in den Urlaub

Mag. Wolfgang Lackner verwies auf die Sinnhaftigkeit einer umfangreichen Reiseversicherung inklusive Stornoschutz gerade bei teureren Fernreisen. „Wer unversichert wegen Erkrankung eine Reise storniert, muss mit hohen Kosten rechnen.“ Aber speziell medizinische Leistungen im Ausland können ohne Versicherung zum finanziellen Fiasko werden: „So kostet zum Beispiel in den USA ein Tag auf der Intensivstation eines Krankenhauses bis zu 10.000 Dollar am Tag, eine Rückholung im Ambulanzjet aus den USA oder Asien bis zu 100.000 Euro und aus Australien bis zu 150.000 Euro.“ Die Reiseversicherung deckt nicht nur diese Kosten ab, sondern bietet auch über die Notrufnummer Soforthilfe mit einem weltweiten Netzwerk in 208 Ländern.

Rückfragen: Europäische Reiseversicherung, Tel. 01/ 317 25 00, www.europaeische.at

Presse-Rückfragen:
PR Plus GmbH, Charlotte Ludwig,
Tel. 0664/1607789, ludwig@prplus.at