Donnerstag, der 2. Juni 2016

Experten: Reisen wird sicherer

Reiseexperten diskutieren Terrorgefahr.

Wien – Terroranschläge, Naturkatastrophen, Verkehrsunglücke und Epidemien: Die zunehmenden Risiken auf internationalen Reisen rufen Veranstalter wie Agenturen und Versicherungen auf den Plan. Auch die gewachsene Sensibilität von Reisenden selbst trägt dazu bei, dass die Wachsamkeit steigt und die Sicherheitsmaßnahmen erhöht werden. „All das dient letztlich der verbesserten Sicherheit von Reisenden“, waren sich die Experten einig, die sich am Mittwoch im Travel Industry Club Austria http://travelindustryclub.at zum Networking-Abend über das „Reisen trotz Terrorgefahr“ trafen.

Bedrohungspotenzial erhöht

Noch nie waren so viele Menschen auf Reisen wie heute, das macht sie natürlich auch zu einer Zielscheibe (Soft targets) für Anschläge. Gerade die Ereignisse der vergangenen Monate hätten gezeigt, dass wir in Zukunft mit einer höheren Bedrohung als noch vor einigen Jahren leben müssen, sagte der Chef der Europäischen Reiseversicherung http://europaeische.at , Wolfgang Lackner, im vollbesetzten Wiener Luxushotel Bristol. http://www.bristolvienna.com/

Und trotzdem: Reisen war noch nie sicherer als heute. „Reisen bleibt ein Bestandteil unseres Lebens – und natürlich mit Risiken verbunden, die bei entsprechender Vorbereitung und einer guten Reiseversicherung im Gepäck eingeschränkt werden können“, sagte Lackner. Ein nicht unwesentlicher Aspekt sei die Wahl des Reiseveranstalters.

Buchen über Reiseveranstalter sicherer

Auch Josef Peterleitner, Präsident des Österreichischen ReiseVerbands (ÖRV) http://oerv.at , sieht die Problematik unaufgeregt. Die Menschen hätten gelernt, mit Krisen umzugehen und sich anzupassen. Sicherheitsrelevante Ereignisse sind Bestandteil des allgemeinen Lebensrisikos geworden, und Reiseveranstalter reagierten auf solche Ereignisse recht unkompliziert mit kostenlosen Umbuchungs- oder Stornomöglichkeiten. Das habe sich auch beim Attentat von Paris gezeigt. Einzelne Veranstalter haben Anreisen bis 30. November kostenlos umbuchen oder stornieren lassen. Das gibt dem Kunden finanzielle Sicherheit. Und das zeige auch: „Bei Buchung über einen Reiseveranstalter ist der Kunde einfach sicherer.“

Generell sei zu beobachten, dass erlebte Bedrohungen und persönliche Betroffenheit mit der Zeit nachlassen. Im Rückblick der vergangenen Jahrzehnte habe sich immer wieder gezeigt, dass sich der Tourismus nach Krisen wieder erholt. Beispiele wie Tsunami, Schweinegrippe, Vogelgrippe, Unruhen in Thailand oder Kenia, Waldbrände in Griechenland, Bombenexplosionen in Spanien, Arabischer Frühling in Ägypten und Tunesien oder der Flugzeugabsturz von Germanwings zeigten dies deutlich – vor allem bei Einmalereignissen und Naturkatastrophen. Oft schon nach Wochen ist vieles vergessen und die Reiselust wieder ungebrochen.

Außenministerium informiert laufend

Andreas Somogyi vom Bürgerservice des Außenministeriums http://reiseregistrierung.at betonte, dass seine Behörde die Sicherheitslage in den jeweiligen Ländern laufend beobachtet und die Entwicklungen in ihren Reiseinformationen auch berücksichtigt. Das Außenamt agiere nach dem Vorsichtsprinzip und schalte schon bei ersten Anschlägen auf „Hohes Sicherheitsrisiko“ und „Reisewarnung“, sagte Somogyi. Umso mehr appelliere das Ministerium an Reisende, sich vor Reiseantritt genau über die Lage vor Ort sich zu erkundigen und bei einem seriösen Reiseveranstalter zu buchen. Bei heiklen Reisen empfiehlt sich auch die Möglichkeit einer Online-Registrierung vor der Abreise.

Anspruch auf Stornierung

Laut der Reiserechtsexpertin Martina Flitsch von der Kanzlei Jarolim Flitsch http://jarolim.at kann eine gebuchte Reise ohne weitere Kosten storniert werden, wenn ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, durch das die Reise unmöglich oder unzumutbar wird. Dies ist immer dann der Fall, wenn das Risiko der Reise eine Intensität erreicht, dass jeder vernünftige Mensch absagen würde. Rechtlich argumentiert wird hier mit einem Wegfall der Geschäftsgrundlage. „Hinzu kommen jedoch noch Besonderheiten. Zum einen verlangt der OGH, dass Reisende auf eine kostenlose zumutbare Umbuchung des Reiseveranstalters eingehen. Zum anderen muss der Kunde vor der Stornierung abwarten, wie sich die Krisensituation entwickelt. Beruhigt sich die Situation am Urlaubsort, so besteht auch kein Rücktrittsrecht mehr“, stellte die Anwältin klar.

Hier können sich Österreicher über Reisehinweise und Krisen informieren:

Bürgerservice des Außenministeriums
http://bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land

ÖRV: Info- und Krisennewsroom

http://www.oerv.at/de/index.php?page=krisenmanagement

Europäische Reiseversicherung
http://europaeische.at

Fotos zur Veranstaltung stehen unter https://fotodienst.pressetext.com/album/3552 als Download zur Verfügung.

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