Dienstag, der 8. November 2016

Neue Ansichten über das älteste Hotel Wiens

Das heutige Hotel Stefanie in der Taborstraße in Wien-Leopoldstadt wird seit 8. Juli 1600 als Beherbergungsbetrieb geführt. Ein aktuell herausgegebenes Buch zeigt eindrucksvoll seine Geschichte. Gestern, Montag, wurde das Buch von Hotelier Dr. Martin Schick und Schauspieler Miguel Herz-Kestranek im Odeon präsentiert.

Wien (8.11.2016).  Das älteste Hotel Wiens wird bereits seit 416 Jahren als Beherbergungsbetrieb geführt. Das Hotel Stefanie in der Taborstraße in Wien-Leopoldstadt wurde am 8. Juli 1600 erstmals als Standort eines „Gastgeb“ urkundlich erwähnt. Das soeben erschienene Buch schildert mit alten Dokumenten, Fotos und Anekdoten die Geschichte des traditionsreichen Betriebs, der heute in vierter Generation von der Hotelierfamilie Schick geführt wird. Dr. Martin Schick präsentierte „Die Geschichte des Hotel Stefanie“ gestern, Montag, bei einer Festveranstaltung im Odeon Theater neben dem Hotel. Schauspieler Miguel Herz-Kestranek las Auszüge aus dem Buch.

„Wir haben acht Monate für das Buch recherchiert und uralte Dokumente und Baugenehmigungen aus dem Jahr 1830 der Wiener ,Baupolizzey‘ aufgestöbert“, sagte Dr. Martin Schick zur Einführung. „Das Haus wird in einem Grundbucheintrag aus dem Jahr 1430 erstmals urkundlich erwähnt. Es hat dem damaligen Bürgermeister gehört, der aber  noch kein Gastwirt war.“ Erst ab 1600 gehörte das Haus durchgehend  Gastwirten – mit einer  Einschränkung zwischen 1945 und 1955. „In dieser Zeit war das Haus kein normales Hotel, sondern ein Wohnheim für russische Offiziere“, erläuterte der Hotelier.

Bethaus, Theater und Pferdestall

Auf rund 90 Seiten hat die Historikern Marion Luger gemeinsam mit den Betreibern alte Ansichten, Pläne, Theaterzettel, Fotografien und Anekdoten zusammengefasst. Der Leser erfährt etwa, dass das Hotel ursprünglich „Weiße Rose“ hieß und viele spannende Details aus der Zeitgeschichte, die eng mit der Lage des Hotels im jüdischen Viertel Wiens und an einer bedeutenden Einfallstraße der Habsburger Monarchie  verbunden ist. So gab es etwa im Hotel zwischen 1908 und 1921 Auftritte des Ensembles „Jüdische Bühne“, auch ein Bethaus war untergebracht. Anno 1829 wurden hier 90 Pferdestellplätze errichtet, um dem damaligen Verkehrsaufkommen an einer Hauptverkehrsader der Donaumonarchie Rechnung zu tragen. Heute befindet sich hier die Garage.

„Dass dem angränzenden Kloster keine Nachtheile entstünden“

Bei der Präsentation trug Schauspieler Herz Miguel-Kestranek aus heutiger Sicht humorige Kostproben aus dem Bildband vor: „Vor einem Umbau musste sich am 5. Mai 1829 der damalige Besitzer verpflichten, dass dem angränzenden Kloster durch den Bau keine Nachtheile entstünden, ferner gegen diese Bedingnisse, daß dem Noviziatfenster kein Licht benommen werde und die neu angebracht werdende Dachrinne so aufgeführt werde, daß sie auf eine solche Art zu liegen komme, daß selbe unter ganzer Vermeidung des auf den klösterlichen Boden fallenden Dachtropfens, keine Einwirkung der Feuchtigkeit auf die der Convente der barmherzigen Brüder eigenthümliche Mauerwerke geschehe.“

Für historisches Flair sorgten bei der Festveranstaltung anlässlich der Buchpräsentation Schauspieler in Originalkostümen, die verschiedene Zeitepochen darstellten, vom mittelalterlichen Händler, über den Rabbi bis zur Prinzessin Stephanie aus Belgien, die 1881 Kronprinz Rudolf ehelichte und als Namensgeberin des Hotels fungierte.

Das Hotel Stefanie ist heute ein elegantes, traditionsreiches Vier-Sterne-Hotel und verfügt über 111 Zimmer und Suiten.

Das Buch „Die Geschichte des Hotel Stefanie“ ist an der Hotelrezeption käuflich zu erwerben.

Information:
Hotel Stefanie
Daniela Hirschl, Marketing
Tel. 01-21150438
daniela.hirschl@schick-hotels.com
www.schick-hotels.com

Rückfrage-Hinweis:
 PR Plus Charlotte Ludwig
 Tel. 0664-1607789, ludwig@prplus.at